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Elling (niederdeutsch)

Schauspiel

Schauspiel von Axel Hellstenius
nach dem Roman "Blutsbrüder" von Ingvar Ambjørnsen
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs

Ins Niederdeutsche übersetzt von Hartmut Cyriacks und
Peter Nissen

Niederdeutsche Erstaufführung: 02.03.2007 in Oldenburg

Sechs Schauspieler (drei Frauen, drei Männer)
Alternativ: Vier Schauspieler (eine Frau, drei Männer)

Drei Bühnenbilder

Neu: Vertrieb über den Theaterverlag Karl Mahnke!

Mundart: niederdeutsch

Zum Stück

Das Leben kann sehr leicht wie ein Hürdenlauf wirken, wenn es Mut erfordert, ans Telefon zu gehen oder ein Restaurant zu durchqueren. Für Elling und seinen Freund Kjell Bjarne sind die alltäglichen Probleme, mit denen sie nach der Entlassung aus der psychiatrischen Klinik konfrontiert werden, eine echte Herausforderung. Elling, der sich selbst als Muttersöhnchen bezeichnet, neigt zu Übertreibungen jeder Art, ist besserwisserisch, eigenwillig und dabei sehr, sehr ängstlich. Selbst ein klingendes Telefon empfindet er schon als Bedrohung, gegen die er sich zur Wehr setzen muss. Sein bäriger "Blutsbruder" Kjell Bjarne verfolgt mit stoischer Hartnäckigkeit die zwei großen Interessen seines Lebens: Essen und (endlich!) Sex mit einer Frau haben. In schwierigen Situationen - und davon gibt es täglich mehr als genug - neigt er dazu, seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. Sonst ist er sehr gutmütig und ein echter Kumpel.

Um die beiden neurotischen Helden wieder in die "normale" Gesellschaft einzugliedern, stellt ihnen der norwegische Staat eine Wohnung und den Sozialarbeiter Frank, der ihnen mühsam ein paar Regeln beibringt: telefonieren, einkaufen, ausgehen. Nach anfänglichen Katastrophen, astronomisch hohen Rechnungen für Telefonsexanrufe (schließlich muss man das Gelernte anwenden) und einigen emotionalen Krisen entwickeln die beiden aber tatsächlich Spaß am Leben "draußen". Als Kjell Bjarne endlich eine Frau kennen lernt - sie fällt ihm am Weihnachtsabend sturzbetrunken und hochschwanger vor die Füße - entdeckt Elling seine Liebe zur Poesie und verfasst eigene Gedichte, die er -anonym natürlich - in Supermärkte einschmuggelt und in Sauerkrautverpackungen versteckt.

Elling ruft durchaus Assoziationen an "Forest Gump", "Rain Man" und "Einer flog über das Kuckucksnest" wach, doch das Stück vermeidet konsequent alle auftretenden Pfade der Nervenheil-Dramaturgien. Die Art, in der Elling über die Wechselfälle des Lebens und den Zustand unserer modernen Welt philosophiert, ist von unbestechlichem Charme, hat Intelligenz, Witz und zeugt von einem scharfsichtigen Durchblick, den man diesem unheroischen Helden zunächst gar nicht zutraut. Über die skurrilen Probleme und Ängste, mit denen sich Elling & Partner herumschlagen, können wir herzhaft lachen, doch die Themen, die das Stück aufgreift, berühren ganz zentrale philosophische und emotionale Fragen unserer Existenz. Wie oft sind die "echten" Katastrophen die inneren Krisen - und nicht die äußeren Umstände? Neben vielen anderen Einsichten vermittelt Elling einen wichtigen Gedanken: Die größte Herausforderung liegt im Wagnis, sich der Welt zu stellen.

Rollen und Instrumentierung

6 Darsteller

3 Damen | 3 Herren | 0 Nebenrollen |

Alternativ: eine Frau, drei Männer

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Dekorationen

Drei Bühnenbilder

Autoren, Komponisten und Übersetzer

Buch: Axel Hellstenius

Übersetzung: Gabriele Haefs

Vorlage: Ingvar Ambjørnsen

Übersetzung ins Niederdeutsche: Peter Nissen

Mitwirkung: Petter Næss

Übersetzung ins Niederdeutsche: Hartmut Cyriacks

Pressestimmen

NORDWEST ZEITUNG | 05.02.2007 | Lore Timme-Hänsel

Liebeserklärung an Chaoten

Niederdeutsche Erstaufführung der Sozialkomödie „Elling“

Das Stück begeistert (...) eine überaus gelungene deutsche Erstaufführung (...) Das Publikum belohnte die große schauspielerische Leistung mit langem Applaus. Es hat knapp zwei Stunden herzhaft gelacht über den ganz normalen Alltagswahnsinn („Jüst as in Wehnen“), über kleine und große Marotten, derben Witz und hintergründigen Humor. Das Lokalkolorit trägt seinen Teil zum Erfolg der Inszenierung von Thomas Willberger bei. (...) Van Hove und Maack überzeugen mit großer Spielfreude, das Publikum lacht Tränen über ihre Slapstick-Einlagen und Dialoge voller Wortwitz. Es leidet mit, wenn die Verletztheiten zutage treten, die aus Elling und Kai-Uwe das gemacht haben, was sie sind: liebenswerte Chaoten – wie wir alle (mehr oder weniger). Nur: Wir haben Mittel und Wege gefunden, unsere Marotten zu verbergen. Elling und Kai-Uwe sind dagegen zum Verrücktwerden ehrlich. (...) So ist das Leben: kurios und irgendwie wahnsinnig. Diesen Erkenntnisprozess hat die August-Hinrichs-Bühne unterhaltsam und absolut sehenswert in Szene gesetzt

Aufführungen

08.11.2008 | Scharmbecker Speeldeel (Premiere)

08.11.2008 - 01.12.2008 | Scharmbecker Speeldeel (Weitere Aufführung(en))

Genre und Katalog

Genre: Schauspiel

Katalog: Schauspiel und Komödie

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